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Wissenschaft für alle: Open / Citizen Science

Wissenschaft für alle: Open / Citizen Science

Obwohl wir in einer Zeit leben, in der neue Technologien ein essentieller Bestandteil des alltäglichen Lebens geworden sind, stellen sich immernoch viele Menschen die Frage, ob der Fortschritt nicht auch große Risiken birgt. Und in der Tat können neue wissenschaftliche Erkentnisse katastrophale Auswirkungen haben, man denke nur an die Entwicklung der Atombombe. Nun wurde auch die Kernspaltung  nicht nur negativ, sondern auch zum Nutzen vieler Menschen eingesetzt, beispielsweise zur Gewinnung von Strom. Doch auch diese Nutzung hat zu Katastrophen geführt. Statt nun aber die Forschung an neuen Methoden aufzugeben, war es essentiell wichtig stattdessen ein breites Spektrum an neuen Methoden zu erarbeiten. Heute sind wir in der Lage, Solar- und Windenergie, also erneuerbare Energiequellen positiv zu nutzen.

Aber nicht immer ist ein deratiges Spektrum an wissenschaftlicher Arbeit vorzufinden. Dies liegt vor allem an der zunehmenden kommerzialisierung der Wissenschaften, welche in unserem derzeitigen Wertesystem durchaus nachvollziebar ist. Doch was genau passiert, wenn sich die Wissenschaft mehr und mehr auf Profit konzentriert?

Zusammenfassend geht Diversität und Potential verloren. Wo wären wir heute ohne Grundlagenforschung? Doch lohnt es sich sich für ein Unternehmen, viel Geld in etwas zu investieren, von dem man noch nicht wissen kann, ob es funktioniert, weil man noch dabei ist, Grundlagen zu erforschen? In den meisten Fällen wohl eher nicht.

Um dieses Defizit auszugleichen, und die Unabhängigkeit, die Diversität, und die Ergenissoffenheit, welche die Grundlage für eine humane, zukunftsorientierte und positive Anwendung von neuen Technologien ist, sicherzustellen, ist eine Reorganisation der Wissenschaft notwendig. Während die großindustrielle Produktion ein wichtiger Schritt dazu ist, vielen Menschen Zugang zu diesen Technologien zu beschaffen, muss der Fokus auf dem Mensch, und nicht auf dem Kapital liegen.

Hierzu ist es notwendig, dass die Gesellschaft an der Entwicklung von Technologien teil hat, und das frei von finanziellen Zwängen. Konkret lassen sich hier zwei Arten anbieten, wie dies ermöglicht werden sollte:

  1. OFFENHEIT:

Durch freien und einfachen Zugang zu wissenschaftlichen Arbeiten wird eine unabhängige Überprüfung gewährleistet, auch der Endverbraucher ist, mit etwas Vorbildung und Interesse am Thema, dazu in der Lage, nachzuvollziehen, erst hierdurch wird Verständniss möglich. Dieses ist grundlegend um die Gesellschaft zur Diskussion um wissenschaftliche Themen zu befähigen.

Momentan sind jedoch noch unzählige Artikel kostenpflichtig, wodurch den Menschen die Möglichkeit zur Selbstbildung und zum kritischen hinterfragen verwehrt wird.

2. EIGENINITIATIVE:

Durch Befähigung unabhängiger Personen an der wissenschaftlichen Entwicklung teil zu haben, bleiben Pluraltät und Ergebnissoffenheit gesichert. Neue Ideen können entstehen, und auch Grundlagenforschung kann freier betrieben werden. Jeder Interessierte Mensch sollte dazu in der Lage sein, sich unabhängig fortzubilden, und auch privat wissenschaftliche Projekte durchzuführen.

In manchen Bereichen, beispielsweise im Bereich der Informatik ist dies Bereits gang und gäbe, der einfache Zugang zu digitalen Medien hat essentiell dazu beigetragen. Selbstständige Entwickler publizieren ihre Arbeit frei für die Öffentlichkeit zugänglich, durch open-source erhalten alle die Möglichkeit den Code zu überprüfen und zu optimieren.

Allerdings ist dies in den meisten anderen, besonders den naturwissenschaftlichen, Bereichen nicht möglich. Zu strikte Auflagen verhindern unabhängige private Forschung, doch diese ist notwendig um einem Gewaltmonopol der Industrie und des Staates vorzubeugen. Und einem Gewaltmonopol vorzuwirken ist notwendig, um den bestmöglichen und schnellsten Nutzen von neuen Technologien für die Gesellschaft zu gewährleiten, denn durch monoplisierung geht oft die Notwendigkeit verloren, wirklich das beste Produkt zu entwickeln, da es keine Konkurrenz gibt.

In Amerika, aber auch in Deutschland gibt es allerdings entsprechende Bewegungen, meist sog. do-it-yourself (kurz:DIY) Gruppierungen, welche Zusammenarbeiten, um die Vision der Open- / Citizen Science zu verwirklichen.

 

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